Es ist erschreckend, wir sind uns dessen meist sogar bewusst und doch ändern wir nichts. Wir starren weiter dauernd auf unsere Geräte und wissen doch eigentlich gar nicht was wir da gerade machen und wieso überhaupt.

Wenn man so durch die Straßen geht, durch die Stadt bummelt, dann gehört doch eines meist dazu, oder? Richtig, das Smartphone! Es scheint uns in der Hand zu kleben und mit magischen Kräften reißt es unseren Blick in seine Richtung. Unsere Finger scheinen ein Eigenleben zu führen und tippen die ganze Zeit auf diesem Klotz herum. Halten wir das Gerät mal nicht in der Hand, fühlen wir uns anders, leer, vielleicht sogar wie auf Entzug. Wann kommt es, dass wir unseren Kopf gegen die Wand schlagen, wenn wir etwa beim Arzt im Wartezimmer den ständigen Begleiter ausschalten müssen?

Kannst du dich jetzt noch erinnern, was du vor 2 Stunden mit deinem Handy gemacht hast? Was hast du gesucht, wem hast du eine Nachricht geschickt, was hast du dir angeschaut? Weißt du es noch? Ich wüsste es nicht. Es scheint so unwichtig gewesen zu sein, dass es so schnell vergessen wurde. Und doch ging dafür bestimmt nicht wenig Zeit drauf. Wie viele Jahre verbringt ein Mensch durchschnittlich mit dem Schauen auf diesen kleinen, vielleicht 5 oder 6 Zoll großen Bildschirm? Verdammt, ich will die Antwort lieber nicht wissen, denn sonst würde ich mich schlecht fühlen.

Ja, eigentlich ist es verschwendete Zeit, die wir viel besser mit anderen Aktivitäten hätten verbringen können, lesen etwa. Aber passiv konsumieren ist so viel einfacher. Und außerdem reicht die Konzentrationsspanne ja höchstens für 10 minütige Videos oder einen Text der nicht viel mehr als 300 Wörter hat, aber bitte ohne Fremdwörter. Und was bitte schön ist ein Buch? Kennt man ja nur noch als nervige Rucksack-Beschwerer aus der Schule...


F*ck, ich glaub wir sind süchtig. Wir lassen unser Leben so an uns vorbei ziehen und statt dem Leben dabei zuzusehen oder noch besser, es aufzuhalten und zu leben, sehen wir lieber was für tolle Neuigkeiten unsere Lieblings-YouTuber zu verkünden haben. Oder wir schicken uns peinliche Schnappschüsse mit Hunde-Filter und erkundigen uns alle 5 Sekunden bei unserem besten Freund / unserer besten Freundin, was sie so gerade machen. Aber sie machen genau das gleiche wie wir und dann beschweren wir uns, uns sei so langweilig. Ist ja auch kein Wunder, denn was kennen wir überhaupt noch anderes, als am Smartphone zu "hängen"? Irgendwann wird unsere Sucht zurückschlagen, doch bestimmt nehmen wir die Nackenschmerzen billigend in Kauf, denn da kam gerade eine neue Push-Benachrichtigung.

Gehörst du auch zu diesem "wir" oder ist es bei dir noch nicht zu spät? Hast du noch die volle Kontrolle über deine Nutzung und benutzt dein Gerät sehr bewusst? Es sei dir geraten, dass du diese Kontrolle beibehältst und dich nicht auch infizieren lässt von dieser Sucht.