In der letzten Woche, nachdem nun endlich meine Klausuren geschrieben waren und ich endlich wieder ein bisschen mehr Zeit hatte, habe ich angefangen meine Zimmer aus- und aufzuräumen. Denn ich werde Minimalist.

Wieso? Schon beim Lernen ist es mir aufgefallen, in meinem Raum ist einfach zu viel Müll. Nicht Müll in dem Sinne von Essensreste, alte Verpackungen oder Abfall, sondern Sachen, die ich weder brauche, mir nichts bedeuten und im Prinzip nur in meinem Zimmer sind um Staub zu fangen.

Weg damit. Ich hab zwar erst einen kleinen Teil meines Zimmers aufgeräumt, aber musste bereits kiloweise Altpapier und Plastik-Müll wegbringen. Auch zwei Laptops habe ich auf eBay eingestellt, die ich bald los sein werde. Unzählige Bücher habe ich aussortiert, die ich entweder meiner Schwester anbieten, verkaufen oder spenden werde. Mein Ziel ist es, dass ich erstens jedes Teil in meinem Zimmer kenne (es hat mich doch erstaunt, was ich alles so gefunden habe), und es einen Nutzen hat oder wenn nicht, ich es nur aufbewahre, da es mir persönlich etwas bedeutet (etwa Fotos). Wofür brauche ich noch all die Schulunterlagen aus der 6. Klasse, wo ich doch schon seit über einem Jahr nicht mehr zur Schule gehe?

Weniger ist mehr. Und zwar mehr Zeit, die man nicht mit sauber machen verbringen muss, weil es wesentlich schneller geht in einem halb leeren Regal Staub zu wischen, als in einem überquellenden. Mehr Zeit, die man nicht mit Suchen verbringt, weil in Ordnung ist das Finden deutlich einfacher. Mehr Konzentration, die durch weniger Ablenkung bleibt.

Aber Minimalismus heißt auch mehr Geld, das gespart wird, wenn Sachen, die nach einmaliger Benutzung eh nur noch in der Ecke stehen, erst gar nicht gekauft werden, mehr Ruhe, wenn die Sachen, die man sich erst gar nicht angeschafft hat, etwa kaputt gehen und repariert werden müssen oder mehr Qualität, wenn man sich statt vielem Billig-Krams wenige, aber qualitativ hochwertige Sache kauft, die man auch wirklich benutzt.


Minimalismus wird von jedem anders gelebt. Für den einen heißt es mit weniger als hundert materiellen Dingen zu leben, den Job zu kündigen und in ein Tiny House zu ziehen, für den anderen heißt es einfach nur, sich von unnützen Dingen zu befreien und nicht versuchen, sich durch Konsum (großes Haus, teures Auto etc.) Glück zu erkaufen.

Ich finde Minimalismus sehr spannend, da durch einen minimalistischen Lebensstil mehr Fokus auf das Wesentliche gerichtet werden kann und es sich einfach so befreiend anfühlt.