Durchziehen

Geschafft! Ich habe es tatsächlich geschafft und kann mich jetzt “Runtastic Results Finisher” nennen. Am 25.9.2018 hab ich mich dazu entschieden, mir Runtastic Premium zuzulegen und mit dem 12-wöchigen Trainingsplan in der Results-App (vergleichbar mit Freeletics) zu beginnen, der mich durch Körpergewichtsübungen (und Ernährungstipps, die ich aber meistens ignoriert habe) fitter machen sollte. Dazu durfte ich zu Beginn einen Fitnesstest absolvieren und ab dem 26.9. konnte ich mit dem Training beginnen. Am 15. Januar 2019 hab ich nun den letzten Trainingstag der zwölften Woche abgeschlossen. Nun gut, die zwölf Wochen haben in der Realität fast einen Monat länger gedauert, aber schuld ist daran unter anderem eine fiese Erkältung gewesen, die mich eine ganze Weile lang niedergestreckt hat – und mit Krankheit soll man ja lieber nicht so viel Sport machen.

Dass ich das Training so lange durchziehe, hätte ich zu Beginn nicht unbedingt gedacht. Erfahrungen mit Fitness-Studios hatte ich bereits gemacht, doch irgendwie gefiel mir das nicht und nach einem Probemonat habe ich diesen auch nicht verlängert. Deswegen bin ich schon ein bisschen stolz. Es ist ein Erfolg, der mir mal wieder zeigt, dass es sich lohnt eine Sache “durchzuziehen” und sich auch an Tagen mit fehlender Motivation zu überwinden. Denn diese Tage gibt es immer und bei jeder Sache. Auch Programmieren macht mir manchmal einfach keinen Spaß. Aber am Ende lohnt es sich doch. Dieser kleine Erfolg ist ein Zeichen, auch mal die Komfort-Zone zu verlassen und Neues zu wagen.

Da es bereits fast vier Monate her ist, weiß ich nicht mehr genau, wie mein Fitness-Status zu Beginn war, aber auf den Fortschritts-Bildern, die ich ab und zu machen sollte (weil die App dazu drängte – es ist schon ein bisschen cringe halb nackt Fotos vom Anspannen der Lauch-Arme zu machen), sind ein paar Anzeichen von Muskelwachstum sichtbar. Und ich erinnere mich, zu Beginn an den Tagen nach einem Workout immer einen ziemlich heftigen und einschränkenden Muskelkater gehabt zu haben. Zwar betrifft ist das Mehr an Muskeln hauptsächlich an den Beinen sichtbar, obwohl ich während der Zeit nur ganz selten Laufen war, doch das Training scheint versucht zu haben alle Muskelgruppen abzudecken. So durfte ich nicht nur unzählige Liegestützen machen, auch Kniebeugen (meistens sogar mit Springen) gehörten dazu.

Nein, ich habe nach zwölf Wochen nun keinen Mega-Bizeps, aber auf jeden Fall ein paar Muskeln mehr als vorher. Mein Gewicht ist nun nicht mehr am äußersten Rand vom Normal-Gewicht, sondern ein paar Kilo nach oben gewandert und ich habe einen Weg gefunden, bei jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter etwas für meinen Körper zu machen ohne die Wohnung verlassen zu müssen. Generell kann ich sogar sagen, ich fühle mich ein wenig wohler. Win-Win.

Zu der App kann ich sagen, sie ist ganz brauchbar. Manchmal quält sie einen sehr, sodass es einfach nicht möglich ist, wirklich alle Wiederholungen wie angewiesen zu erledigen, weil der Körper einfach vorher versagt. Aber durch die Möglichkeit nach jedem Training und nach jeder Woche anzugeben, wie anspruchsvoll es war, hat sie sich dann doch bei der Auswahl “Viel zu schwer” dementsprechend angepasst. Auch gut finde ich die Wahl, wie viele Trainings denn pro Woche gemacht werden sollen, ob zwei, drei, vier oder sogar fünf. Empfohlen sind mindestens drei. Drei habe ich auch gewählt, weil so zwischen jedem Trainingstag ein Tag zum Regenerieren war und es auch einen Tag Puffer pro Woche gab, wenn Körper oder Termine nicht jeden zweiten Tag ein Training zuließen.

Wünschenswert wäre dennoch eine Option, mit der der Nutzer angeben kann, dass beispielsweise eine Übung überspringen werden musste, weil es körperlich einfach nicht mehr möglich war, den Anweisungen Folge zu leisten. Denn so erscheint momentan in der Statistik, dass ich beispielsweise die 50 Liegestützen in nur einer Sekunde gemacht hätte, Weltrekord.

Allem in allem waren es die 50 € wert und das Jahres-Premium-Abo ist ja auch noch bis September gültig, Zeit also um noch deutlich fitter zu werden. Vielleicht hat ja auch der Preis dazu beigetragen, dass da immer diese Verpflichtung ist, weiterzumachen, schließlich will man Geld ja nicht zum Fenster herausschmeißen.

Über jlelse
20-Jähriger Student, der auf diesem Blog aus seinem Leben berichtet.