Wenn Karma nicht existiert

Aber man dennoch Gutes tun sollte

“*Karma*” und das “*Kosmische Prinzip von Ursache und Wirkung*”

Wenn man im Internet nach den Stichworten “*Karma*” oder “*Kosmisches Prinzip von Ursache und Wirkung*” sucht, landet man schnell auf Seiten bei denen man sich fragt, ob man da nicht doch in einer bisschen falschen Ecke gelandet ist. Also wenn Google das mitkriegt (und das tun sie auf jeden Fall, da ich erstens über Google auf diese Seiten gestoßen bin und Google auch gerne meine Cookies untersucht), dann sollte ich mich nicht allzu sehr wundern, wenn demnächst ein paar esoterisch anmutende Werbeanzeigen auf meinem Bildschirm erscheinen. Fazit: Man sollte nicht alles glauben, was man da liest und alles mit der nötigen Distanz betrachten.

Aber nun zurück zum Thema: Wenn ich das, was ich gelesen habe richtig interpretiert habe, dann sagt das oben bereits erwähnte “*Kosmische Prinzip von Ursache und Wirkung*” aus, dass jede Ursache eine Wirkung und jede Wirkung eine Ursache hat und dass jede durch eine bestimmte Energie erzeugte Aktion mit gleicher Intensität zum Erzeuger zurückkehren wird. Und dies anscheinend auch, wenn mehrere Jahrhunderte dazwischen liegen.

Da letzteres vor allem mit Reinkarnation zu tun hat, distanziere ich mich davon. Dennoch ist es meiner Meinung wert, ein paar Gedanken zu den ersten beiden Teilen der Aussage zu verwenden.

Physik und Abstraktion

Betrachten wir es einmal aus physikalischer Sicht. Erstens: Energie kann nicht vernichtet werden. Dass heißt, dass wenn zum Beispiel durch das Leuchten einer Glühlampe elektrische Energie verbraucht wird, diese nicht einfach verpufft und weg ist sie. Die elektrische Energie wird sowohl in Lichtenergie, als auch in Wärmeenergie umgewandelt. Zweitens: Eine Kraft hat immer auch eine Gegenkraft. Ein simples Beispiel aus dem Alltag ist hierfür das Schlagen auf eine Tischplatte. Die Kraft, die du durch das Schlagen auf den Tisch auswirkst, wirkt deiner Hand entgegen.

Karma ist zwar keine physische Angelegenheit, sondern eher etwas Abstraktes, aber lässt sich das nicht übertragen? Ich meine, wird das Abstrakte nicht durch das Konkrete beeinflusst?

Gut sein

Wie auch immer man dazu stehen mag und ob man die Gedanken hinter der Karma-Idee nun teilt oder nicht, warum sollte man nicht dennoch versuchen ein guter Mensch zu sein? Jemand, der sich aufopfert für andere ohne eine direkte Gegenleistung zu verlangen, jemand der nicht hinter allem seinen eigenen Profit erhofft?

Ein Beispiel für solch eine Person war mein Großvater. Während des zweiten Weltkrieges aufgewachsen, Vater früh verloren und mit Mutter und Geschwistern auf der Flucht gewesen. Er hatte es geschafft mit quasi nichts ein letztendlich doch glückliches Leben zu leben. Er war einer, der in seiner späteren Karriere als Architekt und Gutachter immer Probleme hatte Rechnungen zu schreiben, weil es nicht für alles immer eine Rechnung brauchte. Er hat vielen Leuten geholfen ohne etwas dafür zu verlangen. Und letztendlich kommt dies alles zurück, wie meine verwitwete Großmutter nun berichtete.

Helfen

Wir können nie wissen, vor was für Problemen wir eines Tages stehen werden. Jeden Augenblick kann etwas unerwartetes geschehen, dass unser ganzes Leben auf den Kopf drehen und all unseren Plänen einen Strich durch die Rechnung machen wird. Sei es Krankheit, Arbeitslosigkeit, Unfall oder was auch immer. In diesen Situationen werden wir auf die Hilfe anderer angewiesen sein, die uns helfen des Helfens wegen (hoffentlich). Und deswegen finde ich sollten wir selbes tun. Helfen.

Und das Helfen sollte hierbei nicht als “Vorsorge” interpretiert werden, denn das ist es nicht. Dir wird nicht zwangsläufig geholfen, nur weil du anderen geholfen hast. Und ebenso bekommst du nichts dafür, dass du geholfen hast, aber selber keine Hilfe in Anspruch genommen hast. Du hast kein Konto für deine guten Taten.

Aber Helfen bringt die Menschheit weiter. Durch Menschen, die anderen helfen, werden Probleme beseitigt und unglückliche Menschen können glücklich werden. Und leben wir nicht alle lieber in einer Gesellschaft, wo die Menschen glücklich sind?

Call to Action

Und warum verbrate ich überhaupt meine Zeit damit diese Gedanken nieder zu schreiben? Weil ich dazu aufrufen will, dass die Gesellschaft sich gegenseitig mehr helfen soll, denn jeder der kann, sollte einen Beitrag dazu leisten. In welcher Form und in welchem Umfang bleibt natürlich jedem selbst überlassen, aber helft euch Leute!

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Über jlelse
20-Jähriger Student, der auf diesem Blog aus seinem Leben berichtet.