Wenn die Tracking-App doch nicht am laufen war

Aufgenommen beim Joggen

Wie es demotiviert, wenn man merkt, dass die persönliche Leistung nicht aufgezeichnet wurde…

Ich bin Geek, jedenfalls behaupte ich das. Da ist es schon recht ungewöhnlich, dass ich mich manchmal mehr als 100 Meter von meinem Bildschirm entferne und an die “frische Luft” gehe. Und das Krasse: Ich laufe manchmal sogar. Laufen befreit Körper und Geist und macht Nachdenken wieder möglich.

Aber da ich nun einmal technikaffin bin und nicht wirklich ohne technische Geräte um mich herum leben kann, benutze ich natürlich auch mein Smartphone beim Laufen. Mit der App Runtastic, die ich nur nutze, weil es mal einen Gutschein-Code gab, mit dem ich die Pro-Version freischalten konnte, lass ich alle möglichen Daten meines Laufs aufzeichnen — manchmal sogar meinen Puls, wenn ich nicht grad den Brustgurt zuhause vergesse.

Da war ich heute nun also mal wieder nach diesen kräftezehrenden Wochen mit lauter Vor-Abitur-Klausuren draußen — super Wetter, warm, die Sonne hat geschienen — und lief eine etwas größere Runde durch das lokale Naturschutzgebiet.

Spotify an, Runtastic gestartet und los. Nach ca. eineinhalb Kilometern stoppte ich das Tracking — ich glaube weil meine Kopfhörer raus gefallen waren — und lief nach dem Beheben des Problems weiter. Ich stoppe immer, da ich ja nicht meine Statistik durch diese kleine Unterbrechung vermiest haben will.

Aber — jetzt kommt der Haken — ich hab vergessen das Tracking wieder fortzuführen, was mir nach weitern zwei (ca.) Kilometern auffällt. Und natürlich sinkt meine eh schon wenig vorhandene Motivation (aufgrund der Schmerzen in den Beinen, die auf eine Verausgaben währen der ersten Kilometer zurückzuführen sind) noch weiter in den Keller.

Ich laufe noch ein paar Kilometer weiter, bevor ich dann beschließe lieber zu gehen und das Wetter zu genießen.


“Warum ist dir das so wichtig.” Nein, ich bin nicht Pietro Lombardi, aber das Tracken ist mir doch sehr wichtig. Es motiviert mich weiter zulaufen, bis aus der 1 des Kilometerstands eine 2, eine drei und irgendwann eine 7 oder sogar 10 wird. Es motiviert mich zu laufen, bis das Laufen wie ein Automatismus wird und ich nicht mehr nachdenken muss, wie ich nun einen Fuß vor den anderen setze, so dass ich mit jedem Schritt eine möglichst große Distanz überwinde. Bis sich die Lungenflügel automatisch komplett füllen und das Laufen wie zu einer Art Rausch wird.

Und im Nachhinein irgendwelche Werte für meinen Aktivitäten-Verlauf auszudenken funktioniert nicht. Neben der Tatsache, dass ich eh schon schlecht im Schätzen von Entfernungen und Zeit bin, kommt noch hinzu, dass das schlechte Gewissen, die Zahlen zu fälschen zu stark ist.

Vielleicht sollte ich künftig einfach nur noch auf die Auto-Stopp-Funktion vertrauen, die zwar nicht so zuverlässig ist und bei der es unklar ist, ab welcher Geschwindigkeit sie denn nun stoppt, aber sie ist immer noch besser, als wenn ich vergesse auf “Fortfahren” zu drücken…

Läufst du auch mit Tracking-App und wie sind deine Erfahrungen?

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Über jlelse
20-Jähriger Student, der auf diesem Blog aus seinem Leben berichtet.