Warum ich keinen TV mehr schaue

Und warum es mich nicht traurig macht

Es ist zwanzig Uhr achtundvierzig, als ich anfange, diesen Artikel zu schreiben, beziehungsweise eine Idee für diesen Artikel zu suchen. Zwanzig Uhr Achtundvierzig.

Was machen “normale” Leute um diese Uhrzeit? Ist da nicht Fernsehen eine sehr beliebte Tätigkeit? So eine halbe Stunde nach der Tagesschau?

Während ich schnell mal google, was denn grad so läuft, fällt mir auf, dass das letzte Mal, dass ich richtig TV geschaut habe ja schon eine ganze Weile zurück ist. Drei, vier, fünf Monate? Und irgendwie habe ich es auch gar nicht vermisst…

Es läuft gerade “Germany’s Next Topmodel” bei ProSieben, “Alarm für Kobra 11” bei RTL. Das Einzige, was vielleicht ansatzweise interessant wäre ist “Die große Show der Naturwunder” im Ersten, denn das habe ich früher immer gerne geschaut, als ich bei meinen Großeltern war.


Nichts gegen gute Sendungen, aber ich glaube lineares TV ist vom Aussterben bedroht. Wer lässt sich denn vom Fernsehprogramm heutzutage noch vorschreiben, um wie viel Uhr man die Glotze anmachen muss? Besonders in Zeiten, wo Netflix, YouTube und Co. rund um die Uhr verfügbar sind und die Sender selbst auch die meisten ihrer Sendungen in Mediatheken frei zugänglich machen.

Und wenn man dann auch nicht die Öffentlichen schauen will, sondern mal einen Film im Privatfernsehen, muss man sich alle paar Minuten mit ziemlich langen Werbeunterbrechungen zufrieden geben, da man ja wissen will, wie die Story zu Ende geht.

Sendungen wie “extra 3” zum Beispiel schaue ich äußerst gerne. Aber eben dann wann ich will. Zum Beispiel an einem verregneten Vormittag, wenn mir gerade nichts besseres zu tun einfällt.


Fernsehen im klassischen Sinn ist zwar für gewisse Bevölkerungsteile (vor allem die Senioren) von essentieller Bedeutung, denn womit soll man denn sonst die ganzen 24 Stunden, die der Tag hat, verbringen, wenn man sonst nichts zu tun hat? Aber es verliert (meiner Einschätzung nach) wahnsinnig an Einfluss auf den Rest der Bevölkerung, die die wissen wie man mit dem Internet umgeht und die keine Schlafstörungen kriegen, weil sie statt um 8 Uhr die Tagesschau erst um neun Uhr fünfunddreißig auf dem iPad schauen.

Ich brauch kein Fernsehen und nicht Fernsehen macht mich nicht unglücklich. Also warum sollte ich dann auch Fernsehen?

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Über jlelse
20-Jähriger Student, der auf diesem Blog aus seinem Leben berichtet.