Verkehrsregeln: Wie wäre es mit einhalten?

Plädoyer an die Vernunft

Bekanntlich habe ich ja erst letzten Donnerstag nach langen, qualvollen Monaten endlich meine Führerscheinprüfung erfolgreich bestanden. Im Gegensatz zur Fahrprüfung hatte ich meine theoretische Prüfung bereits Ende April und habe sie mit NULL Fehlerpunkten bestanden. Deswegen sind mir die hiesigen Verkehrsregeln noch ziemlich klar im Gedächtnis und das werden sie hoffentlich bleiben, denn ich halte mich an sie.

Es tut mir leid, aber ich muss jetzt echt mal Dampf ablassen. Frust, der sich Tag für Tag in mir ansammelt. Erzeugt durch Fußgänger, die denken, Verkehrsregeln gelten nur für Autofahrer. Aber auch induziert durch Autofahrer, die denken, Fahrradfahrer hätten keine Rechte.

Aber weit gefehlt, liebe Fußgänger und Autofahrer, wie heißt es so schön in Absatz zwei des ersten Paragraphen der Straßenverkehrsordnung: > Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

Ja das gilt auch für euch! Das gilt für jeden! Für jeden, der sich auf öffentlichen Straßen bewegt, auch für jeden der auf dem Fußweg geht!

Aber es juckt euch nicht. Ihr rennt weiterhin auf die Straße ohne vorher zu kucken. Ihr biegt weiterhin unerwartet in eine Parklücke ein, ohne vorher in den Spiegel zu schauen, geschweige denn den Schulterblick zu machen. Ihr denkt ihr seid King. Aber das seid ihr nicht!

Ihr seid Idioten, all die, die keine Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer nehmen! Wen interessiert es ob euch noch nie ein Unfall passiert ist? Der Unfall wurde bestimmt durch den behinderten oder belästigten Anderen verhindert. Wie wäre es mit dieser Einsicht?

Aber Einsicht ist nicht genug. Einsicht erfordert ein Ändern des Verhaltens. Von einem asozialen, unbedachten und egoistischen Verhalten hin zu einem rücksichtsvollen und zurückhaltendem Verhalten. Auch wenn Andere Fehler machen, beharrt nicht auf eurem Recht und haltet euch verdammt nochmal an die Straßenverkehrsordnung!

Um kurz zu schildern, wie hart das Leben eines Radfahrers in der Großstadt ist:

  1. Du fährst als Radfahrer durch eine enge und steile Straße, rechts und links mit großen Autos zugeparkt, hoch und plötzlich springt ein Fußgänger nur einen knappen Meter vor dir mitten auf die Fahrbahn. Eins sei zu beachten: Als Fahrradfahrer am Berg anzufahren ist noch viel blöder als mit dem Auto.

  2. Du fährst die eben erwähnte Straße mit dem Fahrrad entlang und es kommt dir ein Auto entgegen. Trotz einer Lücke auf der Seite des Autos, fährt es weiter und nur mit einem Abstand von 10 Zentimetern an dir vorbei. Gut, dass du nicht zerquetscht wurdest…

  3. Du fährst wieder mit dem Fahrrad hinter einem langsam rollenden Auto ohne eingeschalteten Blinker hinterher und setzt an zum Überholen. Gerade als du links neben dem Auto bist, biegt es nach links ein in eine Parkbox.

Dies sind nicht nur Fälle von Behinderung oder Belästigung, dies ist sogar als akute Gefährdung anzusehen. Was wäre, wenn du am Berg nicht mehr schnell genug abbremsen kannst und den Fußgänger anfährst, der Autofahrer über deinen Fuß fährt oder der andere Autofahrer dich mitsamt Fahrrad umschubst?

Lieber asozialer Verkehrsteilnehmer, nimm nächstes Mal bitte einfach Rücksicht auf die anderen Personen im Straßenverkehr und denk besonders als Autofahrer dran, was du alles während der Fahrschule gelernt hast! Solltest du es bereits vergessen haben, empfehle ich dir stark, noch einmal ein paar Fahrstunden zu nehmen. Sicher ist sicher.

Und hiermit noch einen schönen Tag!

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Über jlelse
20-Jähriger Student, der auf diesem Blog aus seinem Leben berichtet.