Selbststudium

Erfahrungen aus der Anfangszeit meines Informatik-Studiums

Einer der größten Unterschiede zwischen Studium und Schule scheint der Anteil an Selbststudium zu sein. Wieso ich das bisher eigentlich ganz gut finde, hier…


In der Schule kannte man es eigentlich nur von den Zeiten, wo man krank ist und nicht zur Schule konnte. Alles musste man in mühsamer Arbeit zu Hause nacharbeiten und doch hat man irgendwie vieles verpasst.

In den ersten Wochen des Studiums ist mir aufgefallen, dass es eigentlich viel mehr Selbststudium ist, als Vorlesungen. Zuhause wird gelernt und Vorlesungen dienen meist nur dazu um offene Fragen zu klären oder einen generellen Überblick über das zu bekommen, was dann in Vor- und Nachbereitung gelernt wird.

Das Positive:

  1. Ein ganz entscheidender Vorteil, besonders für welche wie mich, die sich im Unterricht eher weniger gemeldet haben, es gibt keine mündlichen Noten (jedenfalls nicht bei Vorlesungen). Da man im Prinzip nicht mal zu den Vorlesungen gehen müsste und die meisten Professoren ihre Vorlesungen basierend auf Lektüre aufbauen, ist es nicht schlimm, sich nicht aktiv zu beteiligen, wenn dies denn überhaupt möglich ist. So kommt es nicht drauf an, wer am besten “labern” kann, sondern wer am meisten verstanden und gelernt hat.

  2. Des weiteren schätze ich sehr, dass der hohe Selbststudiums-Anteil es ermöglicht, sein eigenes Lerntempo zu finden und anzuwenden. Wenn ich etwas nicht verstanden habe, lese ich das Kapitel im Buch halt noch ein zweites oder drittes Mal an oder lasse mir die Thematik von einem Video erklären. Andersherum brauch ich aber auch nicht viel Zeit mit Stoff verschwenden, der für mich eher Kinderkram ist und mit dem ich mich bereits auskenne. Dies ermöglicht einen hohen Grad an Freiheit bezüglich der Zeiteinteilung.

  3. Aber ohne Selbststudium geht es eben nicht. In der Schule war es noch in dem ein oder anderen Fach ausreichend, wenn man einfach im Unterricht gut genug zugehört hat und versucht hat, sich alles zu merken. Dann war Lernen zu Hause vielleicht nicht mehr notwendig. Das geht im Studium nicht mehr. Man muss sich zu Hause so lange an das Thema setzen, bis man es wirklich verinnerlicht hat, denn meist gibt es (Online-)Aufgaben, die man nur bestehen kann, wenn man es auch wirklich durchblickt hat.

Das Negative:

  1. Eine der Schattenseiten des hohen Selbststudiums-Anteil ist allerdings auch, dass es schnell mal sein kann, dass man bei einem Thema doch einfach nicht mehr durchsteigt und dann fast verzweifelt weil einem einfach nicht die Lampe im Kopf aufleuchten will. In der Schule hätte man einfach noch einmal nachfragen können, während man an der Universität lieber versucht es selbst geregelt zu bekommen, um den Professor nicht unnötig zu nerven 😅.

  2. Neben dem ganzen Lernen ist es nicht unwahrscheinlich, dass schnell mal keine Zeit für Freizeit ist. Besonders fällt mir das im Vergleich zum Praxissemester auf. Nachdem man dort seine täglichen acht Stunden geleistet hat, hatte man Feierabend. Alles was am Tag nicht fertig geworden ist, wurde halt am nächsten Tag beendet, aber man musste sich nicht bis spät abends hinsetzen.


Innerhalb von zwei Wochen habe ich sicherlich noch nicht die Erfahrung gesammelt, die ein Student nach 3 Jahren vor seinem Bachelor-Abschluss hat, allerdings möchte ich diesen Blog auch als Möglichkeit nutzen meine Erlebnisse und Erfahrungen, besonders auch am Anfang des Studiums, schriftlich festzuhalten, so wie ich es auch schon teils während meiner Abiturphase getan habe.

Über jlelse
20-Jähriger Student, der auf diesem Blog aus seinem Leben berichtet.