5 neue Mindsets für 2017

Keine Vorsätze, sondern neue Mindsets fürs neue Jahr

2016 war ein schwieriges Jahr. Sowohl privat als auch politisch beziehungsweise gesellschaftlich. Während in den USA der Wahlkampf tobte, in Deutschland Angst vor Terror herrschte und Hetzer-Parteien a.k.a. AfD Wählerstimmen jagten, hing in meiner Familie das Leben zweier Menschen am seidenen Faden, von denen einer leider nachgab.

2017 soll besser werden. Nicht nur will ich persönlich glücklicher werden, nein ich will auch mehr aus meinem Leben machen, es sinnvoller nutzen und es nicht verschwenden. Es wird ein Jahr vieler Neuerungen — Ende der Schule, Beginn des Dualen Studiums — , aber hoffentlich eines, mit vielen neuen Erfahrungen und auch vielen Momenten, in denen man froh ist, sie zu erleben.

Die letzten Jahre habe ich mir nie Vorsätze gemacht. Ich habe von anderen immer mitbekommen, wie sie sich vorgenommen haben, fitter zu werden. Zwei Wochen Fitness-Studio und danach wieder alten Gewohnheiten verfallen. Deswegen dachte ich mir, dass sich dieses ganze Vorsatz-Ritual ja eh nicht lohnt. Du kannst nicht einfach von einem Tag auf den anderen jahrelang gepflegte Gewohnheiten aufgeben und die Psyche damit überlasten, plötzlich Tätigkeiten, bei denen sie viel weniger Belohnungen erfährt, anzufangen. That simply doesn’t work.

Keine Vorsätze, sondern Mindsets

Um diesem Rückfall entgegenzuwirken setze ich meine Ziele deutlich unspezifischer. Ich wähle nicht irgendwelche direkten Ziele, sondern nehme mir vor meine eigene Einstellung zu ändern.

Es ist ein Selbstversuch. Natürlich kann er scheitern. Aber wie will ich das herausfinden, wenn ich es nicht wenigstens versuche? Und wenn ich dass Ziel auch nur auf einer sehr niedrigen Stufe erreiche, habe ich es im Prinzip erreicht, weil ich mir meine Ziele nicht an bestimmten Merkmalen festgesetzt habe, sondern sie durchaus unterschiedlich interpretiert werden können.


1. Weniger Prokrastination

Prokrastination (lateinisch procrastinare „vertagen“; Zusammensetzung aus pro „für“ und cras „morgen“) ist der eigentliche Teufel. Selbst Vorsätze sind ja eigentlich schon eine Form von Prokrastination. Wir verschieben die Sachen, die wir erledigen sollten immer auf den nächsten Tag, die nächste Woche oder sogar das nächste Jahr. Weil wir zu faul sind, jetzt schon fitter zu werden, werden wir es halt nächstes Jahr. Und so geht das, bis es irgendwann zu spät ist, bis wir zu alt und zu gebrechlich sind, uns überhaupt noch zu bewegen oder bis wir gezwungen werden Kompressionsstrümpfe zu tragen.

Deswegen lautet auch der erste neue Mindset, den ich mir im kommenden Jahr aneignen will, Prokrastination so gut wie möglich zu vermeiden. Ich werde es nicht schaffen, überhaupt nichts mehr vor mich herzuschieben. Das würde in sehr viel Stress ein. Nein ich versuche einfach die Quantität zu verringern um meine To-Do-Liste so kurz wie möglich zu halten.

2. Mehr Organisation

Organisation war nie meine Stärke und ich werde auch nie ein Profi darin sein, aber ich werde versuchen mein Leben mehr zu organisieren. Denn je organisierter das Leben ist, desto weniger stressig ist es und desto weniger Sorgen braucht man zu haben, irgendetwas zu verpassen oder beispielsweise vor Klausuren nicht genug Zeit zum Lernen zu haben.

Dies ist mein zweiter vorgenommener und bereits ansatzweise umgesetzter Mindset. Ich habe mir bereits für meine komplette restliche Schuldauer einen Übersichtsplan gemacht, in dem ich alle Klausuren eingetragen habe.

3. Mehr Offenheit — Mut zu Neuem

Wie bereits eingangs erwähnt, wird es 2017 für mich viel Neues geben. Ich werde die Schule (hoffentlich) mit einem guten Abitur beenden und im Herbst ein duales Studium beginnen. Ich werde somit viele neue Leute kennen lernen. Auch werde ich zum ersten Mal wirklich alleine leben müssen und es schaffen, nicht im Suff der Wohnung unterzugehen (Prokrastination grüßt).

Aber um neue Wege zu betreten und Neues kennen zu lernen, bedarf es Mut, was für mich als (im realen Leben) eher schüchternde Person, durchaus eine Herausforderung darstellt. Aber eine Herausforderung, vor der ich mich nicht ergeben will, sondern der ich mit Mut entgegentreten und sie meistern will. Denn wenn man nicht versauern will, gilt es auch mal bekanntes Territorium zu verlassen und sich auf Expedition zu begeben.

4. Mehr Freude

Nur ein fröhliches Leben, ist ein gutes. Ohne Fröhlichkeit wirkt das Leben düster und an jeder Ecke lauert eine unangenehme Überraschung. Aber wir haben nur ein Leben. Wir haben nur eines, das wir so gut wir möglich genießen sollten und aus dem wir das meiste herausnehmen sollten. Wir sollten das Privileg nutzen, dass wir in einem recht sicheren Land leben und die Gefahr, dass wir von einem Auto überfahren werden größer ist, als dass wir durch Bomben und Maschinengewehre getötet werden. Wir leben in Reichtum und niemand müsste bei uns hungern.

Ich nehme mir für 2017 vor, auch jeden noch so kleinen Glücksmoment aufzusaugen, um all die negativen Gefühle, die durch Vorfälle in meiner Umgebung (bzw. Familie) erzeugt werden, auszugleichen. Ein fröhlicheres Leben ist ein lebenswerteres.

5. Mehr Ehrlichkeit

Es ist blöd, sich immer für alles rechtfertigen zu müssen oder sich verstellen zu müssen, um ja nicht irgendwelche Erwartungen zu verfehlen.

2017 werde ich mich für einen ehrlicheren Umgang untereinander einsetzen. Wie das konkret aussehen wird, wird sich erst im Laufe der Zeit herausstellen.


Und somit auf ein neues Jahr! Guten Rutsch! Und vielen Dank an alle, die mir in schwierigen Zeiten seelisch und moralisch Beistand geleistet haben!

Über jlelse
20-Jähriger Student, der auf diesem Blog aus seinem Leben berichtet.