Ist das Leben fair?

Und die einmalige Chance es wertzuschätzen

Es gibt Menschen, die Leben bis sie über 100 Jahre alt sind. Sie leben ein glückliches Leben, in dem es seltenst besondere Tiefpunkte gibt, sie haben nie das Problem, dass sie sich um finanzielle oder physische Sicherheit Sorgen machen müssen, sie haben Kinder, denen es gut geht und verlassen das Licht der Welt erst, wenn sie bereits Jahrzehnte lang Rente bezogen haben.

Bei anderen hingegen sieht es schon ganz anders aus. Möglicherweise leben sie in Armut und müssen sich jeden Tag aufs neue fragen, was morgen sein wird, mit was sie am nächsten Tag den Hunger in ihrem Magen stillen können, ob es sie dann überhaupt noch gibt, oder ob sie vielleicht durch die Kälte umgekommen sind, weil sie es sich nicht leisten konnten eine beheizte Wohnung zu mieten.

Oder etwa ihnen geht es eigentlich ganz gut, bis irgendeine höhere Macht mit einem Mal entscheidet, dass das ganze ja so nicht weiter gehen kann, dass den Plänen, die diese Menschen getroffen haben, ein Strich durch die Rechnung gezogen werden muss, dass ihr ganzes Leben auf den Haufen geworfen werden muss, beispielsweise durch das Herausreißen eines Mitglieds aus der Familie.

Das Leben ist unfair. Es wird unfair bleiben. Wenn man selbst in solch einer Situation ist, fragt man sich vielleicht, warum es nicht einfach jemanden treffen kann, der es verdient? Jemanden, der sich eh kein bisschen darüber freut, dass er am Leben und auf der Welt ist? Jemanden, der sein Leben mit Füßen tritt und Tag für Tag durch eine äußerst ungesunde Lebensweise dafür sorgt, dass es ein bisschen früher enden wird?

Eigentlich bleibt uns ja nichts anderes übrig, als extra darauf zu achten, dass wir gesund leben und so zumindest das Risiko, dass es uns aufgrund unseres schlechten Verhaltens trifft, zu reduzieren. Und natürlich, dass wir es einfach wertschätzen, leben zu dürfen, uns über jede Stunde, Minute oder sogar Sekunde freuen, die wir im Kreise unserer Familie verbringen dürfen. Dass wir jeden Sonnenaufgang und Untergang, den wir miterleben, als ein Geschenk betrachten.

Denn eines Tages werden wir merken, dass wir nur eine Chance hatten.

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Über jlelse
20-Jähriger Student, der auf diesem Blog aus seinem Leben berichtet.