Im Zug ├ťbernachten? ­čÜć

Warum du das lieber sein lassen solltest

Als Leser von Blogs, die ├╝ber wertvolle Lebenserfahrungen berichten, muss man eigentlich ein ziemlich einfaches Leben haben. Es wird einem abgeraten, von Dingen, die es sich eher nicht lohnt zu erfahren und es werden Sachen empfohlen, die hingegen sehr empfehlenswert sind. Viele Erfahrungen, die der Autor sich durch leidliches Ausprobieren angeeignet hat, k├Ânnen einem selber erspart bleiben. So auch die Erfahrung nachts im Zug zu schlafen.

Aber wieso sollte man ├╝berhaupt im Zug schlafen?

Nun, die Tickets der Deutschen Bahn sind nicht gerade ein Schnapper. Vor allem wenn man nicht nur einmal im Jahr die Bahn nimmt um von Nord- nach S├╝ddeutschland zu fahren, beziehungsweise anders herum. Auch mit einer Bahn Card 50 (die es ├╝brigens f├╝r junge Menschen zu einem verg├╝nstigten Preis gibt) macht das ganze nicht unbedingt wett und fr├╝her oder sp├Ąter klappt einem die Kinnlade herunter, wenn man realisiert, wie viel Geld man da eigentlich f├╝r das nicht immer p├╝nktliche Chauffiert-Werden eigentlich hinbl├Ąttert.

Allerdings ist auch die Bahn bestrebt m├Âglichst viele Tickets loszuwerden und die Z├╝ge nicht leer durch die Gegend fahren zu lassen. Besonders nachts fahren nicht so viele Leute mit dem Zug und deswegen bietet die Bahn hier des ├Âfteren Sparpreise an, womit man sich dann auch mal eine Fahrt in der ersten Klasse g├Ânnen kann, weil die nur 5 Euro teurer als zweite Klasse mit Reservierung ist.

Und wenn man schon nachts in der ersten Klasse f├Ąhrt, k├Ânnte man doch auch gleich auf die Idee kommen, die Zeit im Zug f├╝r ein Schl├Ąfchen zu benutzen, oder nicht?

Der Haken

Allerdings bleibt es auch h├Âchstens bei einem Schl├Ąfchen, denn an wirkliches Schlafen ist nicht zu denken.

Ich bin nachts mit dem IC von Basel nach Hannover gefahren, um einfach mal auszuprobieren, ob es sich die Ersparnis gegen├╝ber eines ICEs am Nachmittag lohnen w├╝rde, da ich diese Strecke bald des ├ľfteren zur├╝cklegen werde. Allerdings wurde meine Hoffnung, dass ich die Nacht im Zug auch gleich zum Schlafen benutzen kann, stark entt├Ąuscht.

Obwohl ich mich quer ├╝ber drei Sitze ausbreiten konnte, war es ziemlich unbequem und erinnerte mich eher an eine harte Liege bei einem Physiotherapeuten, als an mein weiches Bett. Auch vergas ich ganz, dass sich die Deutsche Bahn ja nicht gerade durch ein gutes Temperaturgef├╝hl auszeichnet und ich vielleicht doch eine Decke h├Ątte mitnehmen sollen, um es an den F├╝├čen ein bisschen w├Ąrmer zu haben. Und nicht zuletzt hat es die ganze Zeit geruckelt und bei jedem Anfahren des Zuges musste ich mich festklammern, um nicht pl├Âtzlich von den Sitzen zu fallen und unangenehm auf dem Boden zu liegen.

Wie es mit dem L├Ąrm aussieht muss wohl jeder selbst wissen, wo da sein Limit ist, aber meines war ├╝berschritten. Selbst die Methode, die zuhause immer funktioniert, indem man Kopfh├Ârer aufsetzt und Musik h├Ârt, um fast direkt einzuschlafen, hat nicht wirklich funktioniert. Allerh├Âchstens eine halbe Stunde am St├╝ck verschwand ich vielleicht mal zwischendrin im Land der Tr├Ąume.

Fazit

Ich werde weiter nach Alternativen suchen, um doch den Preis zur Deutschland-Durchquerung zu minimieren. Vielleicht ist ja wirklich ein Flug mit einer Billig-Fluglinie g├╝nstiger.

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├ťber jlelse
20-J├Ąhriger Student, der auf diesem Blog aus seinem Leben berichtet.