Facebook checkt es nicht!

Warum Facebook’s Technologie nicht ausgereift scheint

Ja ja wer hat bitte gesagt, dass Facebook meine Daten nutzt, um die personalisierte Werbung genau an meine Interessen, Wünsche und Sehnsüchte anzupassen? Indem sie genauestens auswerten, wo ich mich im Internet wie lange befunden habe und was genau ich gemacht habe? Eines kann ich jetzt auf jeden Fall sagen, Facebook checkt es einfach nicht!

In meiner Timeline oder wie diese Funktion heißt, bei der man all diese uninteressanten Informationen der sogenannten “Freunde” (Synonym für “*Erst einmal im realen Leben gesehen, aber trotzdem…*”) angezeigt werden, taucht immer mal wieder Werbung auf. Zwischen einem Screenshot von Twitter (mit einem politischen Statement gegen Donald Trump) und einem dieser nervigen “Markiere einen Freund…”-Bilder prangt eine Anzeige. Eine Anzeige, die mir vorgaukelt, ich interessiere mich für gefakte “Hoverboards” aus China (ist das vielleicht doch der Fall?), geschaltet von den Machern der App “Wish”. “Wish” ist eine App, in der Händler (99,9% aus Südostasien) ihre tollen Produkte, die unter den fairsten Arbeitsbedingungen der Welt hergestellt wurden, verhökern können.

Bloß eines regt mich über diese noch so tolle und noch so viel geldsparende App auf: Ich kann NICHT mit PayPal bezahlen! Ja das stört mich so massiv, dass ich ziemlichen Hass auf diese App mit diesem ziemlich hässlichen Icon, das nichts weiter als ein weißes “W” auf hellblauem Hintergrund zeigt, schiebe. Und nein, der Slogan trifft auch nicht zu: “Freude am Einkaufen”. Da muss man ja wirklich lachen! PayPal wäre die einzige Möglichkeit im Falle eines Falles sein verehrtes Geld zurück zu bekommen. Nur dann KANN Einkaufen überhaupt Spaß machen! Denn Geld verschenken, an skrupellose Betrüger vom anderen Ende der Welt macht keinen Spaß!

Ja, ich habe einmal auf diese Werbung geklickt! EIN EINZIGES MAL! Und jetzt denkt sich dieses tolle Produkt des lieben Herrn Zuckerberg, ich sei an “Wish”-Werbung interessiert? Nein! Schminken Sie sich Ihre Träume ab, Herr Zuckerberg, Ihr Algorithmus ist nicht so klug, wie er vorzugeben scheint…

Aus Protest hab ich erstmal bei Banggood.com bestellt! Banggood hat zwar genau den gleichen Scheiß im Angebot und scheint ebenso wie “Wish” ziemlich kräftig mit zuverdienen (wie sollten sie sonst auch die ganzen Coupons und Rabatte verteilen), aber wenigstens bieten sie mir als Zahlungsmöglichkeit an, auf den Service, mitgegründet von meinem best friend Elon Musk, zurückzugreifen. (Wer nicht verstanden hat, was ich meine: Elon Musk war einer der Mitgründer von PayPal und ist dadurch erst reich geworden.)

Aber nun zurück zum Fratzenbuch…

Die Kalifornier scheffelten im dritten Quartal dieses Jahres einen erstaunlichen Umsatz von über 7 Milliarden Dollar (das ist eine Sieben mit neun Nullen hinten dran…), indem sie Werbeplatzierungen an alle möglichen Interessenten, die ihre Reichweite erhöhen wollten, verkauften. Natürlich mit dem Versprechen, möglichst viele Klicks zu generieren. Da kommt mir eine Idee: Ist die Android-App extra so schlecht programmiert, damit der Bildfluss hakt und man “aus Versehen” klickt?

Mein Leben wäre so viel spannender und glücklicher, wenn Facebook mir endlich mal Werbung zeigen würde, die mich wirklich interessiert, beispielsweise “*Wie du gute Noten bekommst, ohne aufwendig zu lernen!*” oder “*So bekommt dein Blog mehr engagierte Leser, KOSTENLOS!*”. Und wenn da dann kein Clickbait-artiges Bild drüber sein würde, auf dem man eine blonde Frau, in anzüglicher Pose stehend, sieht, würde ich vielleicht sogar klicken. Und meine Softwareentwickler-Kumpels im fernen Amerika um ein paar Cents reicher machen.

Aber wie die Welt nun mal ist: Das ist und bleibt bestimmt ein Traum und eh Facebook seinen Algorithmus dank Machine Learning und Artificial Intelligence mal brauchbar gemacht hat, interessiert sich bestimmt eh niemand mehr für das Netzwerk, was unter uns Jugendlichen ja so gar nicht mehr angesagt ist, da dort ja nun auch Mutti, Vati, Tante, Onkel, bis hin zu Omi und Opi rum lungern.

Und somit sag ich: Tschüss und bis zum nächsten Beitrag!

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Über jlelse
20-Jähriger Student, der auf diesem Blog aus seinem Leben berichtet.