Augmented und Virtual Reality?

Ist das Wirklich die Zukunft?

Gerade läuft in der weltbekannten amerikanischen Stadt Las Vegas die Messe, bei der Geeks (eigentlich) immer einen ständigen Puls von über 180 haben. Denn die CES (Consumer Electronics Show) bietet häufig einen kleinen Ausblick auf die Zukunft und auf das, was das nächste große Ding sein wird. Es werden die Gadgets vorgestellt, die in circa 5 bis 10 Jahren fast jeder haben wird, weil ein Leben ohne sie fast unmöglich scheint.

Smartphones

Vor einigen Jahren waren es Smartphones. Computer so klein und handlich, so mobil, dass wir mittlerweile verlernt haben, ohne Google Maps zu orientieren, uns ohne Google Übersetzer mit anderen zu unterhalten oder ohne WhatsApp in Kontakt zu bleiben. Mittlerweile gibt es sogar schon Menschen, die, wenn sie ohne diese Begleiter leben müssten, Suizid begehen würden.

Wearables

Vor drei, vier Jahren fing dann der neue Trend Wearables, allen voran Smartwatches an. Nun ja, wir wissen mittlerweile, dass Smartwatches (noch) nicht wirklich Fuß fassen konnten. Zu teuer, Akku hält nur kurz und viele nützliche Funktionen sind auch nicht wirklich vorhanden. Während ich als Geek trotzdem mit einer Smartwatch rumlaufe, die mir treu zur Seite steht, machen sich immer mehr Menschen Fitness-Tracker an den Körper. Die analysieren dann nicht nur, ob man auch ja die empfohlene Dosis an Schritten zurückgelegt hat, sondern prüfen gleich noch den Puls und schauen, wie lange man denn schläft.

VR / AR

Nun ist das große Thema Virtual Reality (VR) beziehungsweise Augmented Reality (AR). Während die erste Technologie eine komplett neue Wirklichkeit zaubert, mixt die zweite die Umwelt mit einer künstlichen Ebene. Quasi halb real, halb virtuell.

Von der technischen Seite finde ich das ganze Thema hochinteressant. Es ist schon toll zu sehen, wie gut es mittlerweile möglich ist, einerseits hardwareseitig so hochauflösende Displays zu erstellen, dass wir wirklich nicht mehr unterscheiden können, ob das, war wir sehen, nun echt ist oder nicht. Aber auch softwareseitig ist es mittlerweile möglich, so wirklichkeitsgetreu Gegenstände zu rendern (andere Bezeichnung für grafisch darstellen) und zu animieren (bewegen), dass wir nicht sagen können, ob wir grad wirklich auf einer Wiese mit Schmetterlingen und blauem Himmel stehen oder nur in unserem Wohnzimmer.

Allerdings stellt sich hier nun meine Frage: Wie kann solch eine Technologie unser Leben gravierend verbessern?

Anwendungsbereiche

Es ist nicht abzustreiten, dass es auch außerhalb des Gaming-Bereichs, dem Business, welches als erstes auf den VR-Zug aufgesprungen ist, Anwendungsfälle gibt. Etwa wird es im Marketing möglich sein, bereits seine Klamotten virtuell anzuziehen, bevor sie überhaupt genäht wurden, oder man geht bereits durch sein zukünftiges Haus, bevor es gebaut wurde. Auch im Bildungsbereich gibt es sehr gute Anwendungsmöglichkeiten. Etwa für Medizinstudenten, die dem Patienten nur virtuell den Bauch aufschneiden.

Aber reicht das für einen VR / AR-Massenmarkt?

Zum jetzigen Zeitpunkt sage ich von meinem Standort aus nein. Das heißt nicht, dass ich den Markt für tot erkläre. Sicherlich gibt es auch für den Otto Normalverbraucher in naher Zukunft besonders fürs Entertainment (auch bezüglich Erwachsenen-Inhalts-Industrie) viele coole Gadgets zu erwerben, die auch irgendwann nicht mehr soviel kosten wie ein gut ausgestattetes Fahrrad. Aber es wird nicht revolutionär sein. Es wird keinen Boom wie bei Smartphones oder früher mal Laptops geben.

Im Moment ist der Markt zu sehr durch das Kapital mancher Konzerne gepusht, die unter keinen Umständen das nächste große Ding (The Next Big Thing) verpassen wollen und deswegen massiv darein investieren. Aber jedes Investment birgt halt auch ein Risiko und es muss erst geschaut werden, wie die Endnutzer darauf reagieren.

Viel mehr Chancen sehe ich dagegen im Bereich “autonome Fortbewegung”, also Autonome Autos, autonome Taxis, autonome Flugzeuge oder Züge, aber dazu ein anderer Blog-Beitrag…

EDIT: Ich habe diesen Artikel noch nachträglich bei der Blog-Parade “TECHNIK-TRENDS 2017” auf Bavarian Geek eingereicht.

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Über jlelse
20-Jähriger Student, der auf diesem Blog aus seinem Leben berichtet.