Ich soll aufstehen?

Wie sollte man handeln?

Diese Geschichte ist zwar fiktiv, aber dennoch inspiriert durch unzählige echte Erlebnisse.

Ich sitze in der Bahn. Von meinem 10-stündigen Schultag bin ich endlich befreit. Toll, Schulschluss um 16:10. Es ist ja schon dunkel.

Ich bin froh, gerade noch einen freien Platz in der vollen Bahn ergattert zu haben und nehme meinen schweren Rucksack ab und lege ihn auf meinen Schoss.

An der nächsten Haltestelle steigt eine Frau, mittleres Alter, grau melierte Haare, mit einer Karstadt-Einkaufstüte, ein und beschwert sich, dass ich nicht aufstehen würde um ihr meinen Sitzplatz anzubieten. Einen kurzen Moment überlege ich wirklich dies zu tun, bis ich den ein paar Plätze weiter sitzenden Jungen, 15 Jahre, dreht sich gerade eine Kippe, sehe.

Was soll ich tun?

Option A: Soll ich aufstehen und der Frau, obwohl man ihr ansieht, dass sie auch stehen bleiben könnte, meinen Sitzplatz anbieten? Soll ich, der körperlich und mental gerade am Ende ist, aufstehen und den schweren Rucksack bis nach Hause auf dem Rücken behalten?

Option B: Soll ich sitzen bleiben und der Frau einfach meinen Sitzplatz verweigern? Repräsentiere ich damit die so weit propagierte “asoziale” Jugend? Ist dieses Verhalten mit meinem Gewissen vereinbar? Was ist, wenn mein zukünftiger Chef mich gerade sieht?

Option C: Soll ich auf den anderen, nicht sitzbedürftigen und minderjährig rauchenden Jugendlichen verweisen? Ziehe ich damit möglicherweise seinen Zorn und den seiner “Gang” auf mich? Was ist, wenn er in Schläger-kreisen verkehrt? Soll ich ihm die Frau wirklich ausliefern?

Es ist in jeder Hinsicht ein Dilemma.

Wie denkst du?

Über jlelse
20-Jähriger Student, der auf diesem Blog aus seinem Leben berichtet.